Fading Snowflake


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Du bist für immer meine beste Freundin

Eigentlich war ich in ihre beste Freundin verliebt. Eigentlich. Auf einer Party kennengelernt fingen ein guter Freund und ich an die zwei regelmäßig zu treffen und Dinge mit ihnen zu unternehmen. Immer deutlicher wurde, dass daraus gar nichts werden könnte, viel zu verschieden waren wir. Mein Herz brach, die Freundschaft blieb.

Sie war es, die mich tröstete. Der ich mich anvertrauen konnte. Die für mich da war. Die an mich gedacht hat, die mir in die Augen gesehen hat, die sich um mich gekümmert hat. Immer mehr wurde sie in meinen Augen zu der liebsten Person der Welt.

So vieles habe ich in diese Freundschaft investiert. Jedes Wochenende mussten wir uns einmal sehen, das stellte ich sicher. Viele habe ich in dieser Zeit vernachlässigt, vieles aufgegeben. Denn dies schien mir der richtige Weg zu sein. Ich fühlte mich gut bei ihr aufgehoben.

Je enger unsere Freundschaft wurde, desto enger wurde auch unser körperlicher Kontakt. Ganz ohne, dass es mir aufgefallen wäre. Eines Abends am Lagerfeuer... wir haben viel gekuschelt. Ganz ohne Hintergedanken. Ich habe ihre Hand gehalten. Ich habe sie gewärmt. Sie hat mir Geborgenheit geschenkt. Es war schön. Ein Tag am Strand, an dem wir fast nur Augen füreinander hatten. Ich habe sie so oft im Arm gehabt. Auf der Rückfahrt lag ihr Kopf auf meiner Schulter. Schöne Erinnerungen.

Freunde fragten mich, was zwischen uns wäre. Ich entgegnete natürlich, dass es eine enge Freundschaft sei. Sie sagten, wir würden perfekt zusammen passen. Perfekt.

Und plötzlich machte es alles Sinn in meinem Kopf. Plötzlich fügte sich alles zusammen. Es war doch so klar. Wir waren füreinander bestimmt. Mit wem könnte ich mich noch besser verstehen als mit ihr? Mit wem sollte es sich noch natürlicher anfühlen als mit ihr? Wer sollte etwas für mich empfinden wenn nicht sie?

Tatsächlich muss es so gewesen sein, dass sie Gefühle für mich hatte. Letztlich waren es eindeutige Annäherungsversuche von ihr. Im gleichen Maße wie diese zunahmen, häuften sich allerdings auch ihre kleinen Sticheleien gegen mich. Gegen meine Körpergröße, gegen meinen Kleidungsstil, gegen meinen Charakter. Es tat schon etwas weh, aber sie gab mir doch so viel mehr.

Dann mündete alles in diesem einen Abend. Alles oder nichts. Möglicherweise der schönste Abend meines Lebens. Letztlich ist nichst passiert. Und doch bedeutet er mir bis heute unendlich viel. Ein Spieleabend mit ein paar Freunden. Ich war ganz ruhig, ganz schüchtern. Etwas nervös. Wir redeten viel weniger als sonst. Etwas war anders. Diese vielsagenden Blickkontakte. Sie war anders. Sie bewunderte mich für ein paar Kleinigkeiten, beispielsweise Prüfungsergebnisse. Im Laufe des Abends wurden wir wärmer. Da gab es diesen Moment als ich sie ärgerte. Und ich tat als würde ich mit ihr ringen und ließ ihr die Oberhand. Ich lag auf dem Rücken, sie über mir. Sie hielt meine Hände. Dieser Blick... ich werde diesen sinnlichen Blick nie vergessen. Im Laufe des Abends wanderten wir Richtung Bett. Ich lag mit ihr und einem anderen Mädchen im Arm. Außer uns war noch ein Freund im Zimmer. Er machte das Licht aus.

Und dann war es so weit. Das andere Mädchen verließ das Bett. Dann lagen wir noch kurz nebeneinander. Ich bewegte meine Hand offen in ihre Richtung. Und dann eine ganz kleine zarte Berührung... ein Finger streichelte meinen... ganz vorsichtig... ganz unschuldig. Ich streichelte zurück und wir nahmen uns an der Hand und kuschelten so für sehr lange Zeit. Es war anders als sonst, ganz anders. Mein Herz pochte. Ihr Herz pochte. Ich konnte es spüren. Was wäre passiert, wären wir allein in diesem Raum gewesen?

Ich brachte sie noch nach hause... es ist nichts mehr passiert. Dort draußen war es nicht mehr das Gefühl... und ich wollte nichts kaputt machen. Der Abend war zu schön.

Am nächsten Tag hatte sie viel zu tun, daher freute ich mich auf den darauf folgenden Tag, dort würde mein Jahrgang sein Abitur im Park feiern, in dem auch ihr Bruder ist. Ich war ganz aufgeregt. Freute mich die ganze Zeit auf sie. Aber der Zauber war weg. Sie wollte mich nicht mehr. Sie war nicht mehr die beste Freundin und sie war auch nicht meine Freundin. Sie war ganz anders. Sie ging mir aus dem Weg. Sie flirtete. Sie flirtete heftig. Sie war völlig betrunken. Je länger der Abend dauerte, desto trauriger, desto verweifelter, desto wütender wurde ich. Wies tat sie mir das an? Vor meinen Augen rannte sie anderen Kerlen hinterher. Ich konnte ihr nichts bedeuten. Auch die Aufmunterung ihrer hübschen, kleinen Schwester - die sowieso in mich vernarrt schien - half nicht. Ich wollte nur, dass sie bei mir ist. Aber sie wollte es nicht mehr.

Zwischendurch brach ich in Tränen aus. Es war zu hart. Auf dem Weg nach hause fing ich an meine Jacke vor mir herzutreten. Als dann eine Frau anfing zu schimpfen, kannte ich kein Halten mehr. Es brach aus mir heraus. Ich beschimpfte sie. Mir war alles egal. Sie rief die Polizei. Die brachte mich nach Hause.

Der Rest der Geschichte ist kurz erzählt. Am nächsten Tag besuchte ich sie und erzählte ihr davon. Ich hoffte, dass sie versteht, was mich traurig gemacht hat. Auf meinem Abiball suchte ich den Kontakt zu ihr. Mit wenig Erfolg. Ihre Schwester kümmerte sich erneut um mich. Auch in den folgenden Tagen versuchte ich viel mit ihr zu unternehmen. Es führte dazu, dass sie mich auf einmal komplett ignorierte, nicht auf meine SMS antwortete, gar nichts. Es kam eine SMS, dass ich sie zu sehr einengen würde. Aus dem Nichts. Etwa eine Woche brauchte sie, um mir endlich einmal zu sagen, was sie stört. Es war knallhart. Sie sprach davon, dass ich keine Persönlichkeit, keine eigene Meinung, keinen Charakter hätte. Dass ich ihr nachlaufen würde. Es waren Meinungen über mich, die nicht auch nur den Hauch einer Freundschaft ermöglichen könnten. Sie hat mich getötet. Sie hat mich getötet.

Inzwischen sehen wir uns noch ab und zu, schreiben selten mal miteinander... sie ist mit einen meiner Freunde zusammen. Wir mögen uns. Aber ich kann ihr nicht vertrauen, denn egal wie sehr ich versuche ihr zu verzeihen, vergessen werde ich nie, was sie mir angetan hat.

Was war das also zwischen uns? Warum konnten wir nicht sein? War es der Fehler mehr als Freundschaft zu wollen? Wären wir heute noch beste Freunde, wenn nicht mehr passiert wäre? Wenn ich über ihre skrupellose Abrechnung denke, ist dies schwer vorstellbar. Wer war also dieses Mädchen, dem ich meine Seele, mein Herz anvertraut habe? War sie eine Schauspielerin?

Letztlich war und ist sie wohl einfach auch nur ein unsicheres Mädchen, das gar nicht genau weiß, was sie will. Egal, wie sie von sich überzeugt zu sein scheint. Sie hat mir für kurze Zeit alles gegeben. Sie hat mir für kurze Zeit Hoffnung gegeben, das Gefühl sich auf den nächsten Tag zu freuen, darauf ihr Gesicht zu sehen. Ich wäre gut für sie gewesen. Ich wäre das beste für sie gewesen. Aber sie nicht für mich, egal wie es schien. Mit ihrer Wechselhaftigkeit, was ihre Gefühle angeht, hätte sie mich zerstört. Wir waren nicht dafür geschaffen, ein Pärchen zu werden. Aber wir waren sehr wohl dafür geschaffen, beste Freunde zu sein. Beste Freunde für immer. Es sollte nicht sein. Du hast uns zerstört. Dennoch vermisse ich dich. Und ich liebe dich. Ich liebe dich als meine Freundin. Als meine beste Freundin.

8.12.09 22:25
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(27.12.09 01:45)
Es klingt wie eine Geschichte. eine oft erzählte Geschichte, eine oft erlebte Geschichte.
Sowas kenn ich auch - ich als mädchen.. sowas kommt schnell und plötzlich und... naja ich kann es nicht beschreiben, man bekommt angst. Angst, die einfach da ist, die nie da war.
lenk dich ab.
tut mir leid!
grüße, Anna

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