Fading Snowflake


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It wasn't love if it hurts so much

Sie ist anders. Beeindruckend, wie falsch ich einen Menschen einschätzen kann. Die kleine Schwester. Ihre kleine Schwester. Ein wenig hübscher, ein wenig kleiner. Und vor allem zeigte sie mir, dass sie mich sehr gern hat. Sehr gern.

Natürlich wollte ich es dann auch einfach so sehen. Nein, dieses Mädchen ist keine Schlampe. Dieses Mädchen ist anders. Dieses Mädchen mag nur mich und sie mag mich aus den richtigen Gründen. Lüge. Aber eine Lüge, die mir gut tat.

Als sie anfing, mir ihre Zuneigung zu zeigen, war ich in ihre Schwester verliebt. Als sie aufhörte, hatte ich noch eine Freundin. Als ich anfing ihr meine Zuneigung zu zeigen, war es zu spät.

Wäre sie doch nur nicht so verdammt jung gewesen. Zu jung für mich in der Phase. Und doch reifer als ich es je sein werde. Zumindest dachte ich das.

Das Mädchen, dass niemals irgendeinen Typen in der Disse aufreißen würde, hat natürlich nie existiert. Es war klar, dass ich das auf die schlimmst mögliche Art lernen musste.

Ich habe sie gefahren, in die Disco, die ich eigentlich hasse. Er war da. Der Mensch, den ich eh schon nicht leiden konnte und seit dem Tag hasse. Natürlich musste ich zwei Meter neben ihnen stehen, als sie sich küssten. Ja, sie ist genau das Gegenteil von dem, was ich mir gedacht hatte.

Ich dachte immer, dass sie genau der Mensch wäre, den ich in 10 Jahren an meiner Seite haben werde. Der Mensch, der anders wäre, der besonders wäre. Der perfekt ist. Sie war für mich perfekt. Sie war alles für mich, sie war meine Zukunft. Aber das alles spielte sich nur in meiner Fantasie ab.

Als ich einen guten Freund darum bat, sie in Ruhe zu lassen, weil er mir damit wehtun würde, wusste ich, dass wehtun in Wahrheit zerstören heißen würde. Er versprach es mir. Er umarmte mich. Er log. Wieso besteht diese Welt aus Lügnern, aus Heuchlern? Und wieso weiß ich nichtmal, ob ich das nicht auch möglichweise bin?

Gestern sah ich sie wieder. Auf einer Party. Ja, sie ist genau das Gegenteil von dem, was ich gedacht habe. Was habe ich nur gedacht? Ich habe vermutlich nur geträumt. Verdammter Träumer. Und dabei ist mir klar geworden, dass dieser Ausspruch anscheinend war ist.

So wie es weh getan hat, kann es keine Liebe gewesen zu sein. Sie hat alles in mir zerstört und geblieben ist mir nichts. Wochenlang hatte ich nur Schmerzen und als sie meinen Freund geküsst hat, schaffte sie es, nach ach so langer Zeit das gleiche mit mir wieder zu machen. Mörderin.

Und natürlich war es keine Liebe, denn wen sollte ich denn geliebt haben. Sie war es nicht. Falsches Bild, falsche Hoffnung, falsche Liebe. Wie es jedem Menschen so passiert. Schade, dass ich mit sowas nicht umgehen kann.

Wenn es so wehtut, war es keine Liebe. Schon merkwürdig, weil in der Regel gesagt wird, dass es, wenn es so besonders wehtut gerade Liebe gewesen sein muss. Aber wahre Liebe zerstört nicht. Sie verbindet. Sie heilt.

Und wenn es Liebe nur dann geben kann, wo es keine Schmerzen gibt, dann stellt sich doch die Frage, wie sie einer wie ich finden soll. Einer wie ich, der nach jedem noch so kleinen Stolperstein zusammenbricht. Der vor Schmerzen kaum die Augen offenhalten kann. Der einfach nicht für das normale Leben geschaffen ist.

Ganz einfach. Es gibt sie nicht. Und wo es keine Liebe gibt, da lohnt es nicht zu leben. Mein Leben ist es nicht wert, gelebt zu werden. Es ist Zeit zu gehen.

10.1.10 23:45


Pathos-Mode

Ich stell den Pathos-Mode von letzter Nacht mal wieder aus. Einem Freund ein vereinbartes Treffen abgesagt. Den Besuch meiner Eltern abgesagt. Und jetzt mach ich das, was ich am besten kann... den Tag im Bett verbringen.

Ich fühle mich so unheimlich schwach. Dieser ganze Therapie-Scheiß wird mir auch nicht weiterhelfen. Ich muss dem Leben selbst einen Sinn geben, selbst herausfinden was mir wichtig ist. Ich weiß längst, was ich will und was mir wichtig ist. Und ich weiß längst, dass ich das alles nicht bekommen kann.

Wofür dann noch weiteratmen? Wofür heute überhaupt aufstehen? Wofür jemals wieder aufstehen?

Die Hoffnung stirbt zuletzt, Pathos-Mode on. Das merkt man vor allem, wenn alles andere beginnt zu sterben. Das einzige, was in mir geblieben ist, ist diese Antwort von ihr. Lebenszeichen aus Afrika. Sie stirbt zwar erst zum Schluss, aber auch sie wird noch sterben. Denn genau das ist mein Leben.

Ich wünschte du wärst jetzt bei mir.

...und 'Nothing like you' nochmal als letzten Song.

Pathos-Mode off.

9.1.10 12:26


Weiterleben

Dass man sich sucht und dass man sich findet. Dass man sich liebt und dass man sich verliert. Dass man lebt und dass man stirbt. Viele sagen, all das sei das Schicksal. Es sei vorherbestimmt. Es habe alles einen Grund, einen Sinn. Das ist nicht wahr.

So etwas wie Schicksal, oder wie man es auch nennen könnte, den allmächtigen Gott, gibt es nicht. Jeder entscheidet sich selbst. Jeder Mensch für sich allein. Jeder Mensch hat die Wahl. Selbstverständlich werden wir von anderen Menschen beeinflusst, aber die Entscheidungen kann uns niemand abnehmen. Auch kein fiktives höheres Wesen.

Den Sinn müssen wir uns selbst suchen. Denn das Leben hat keinen, bis wir ihm einen geben.

Und je mehr ich versuche einen zu finden, desto stärker zieht es mich in die eine Richtung, von der es doch weggehen sollte. Meine einzige noch verbliebene Aufgabe ist es zu sterben.

Nach dem Tod sei alles vorbei, sagt man, wenn man nicht religiös ist. Das große, dunkle Nichts. Für die meisten Menschen abschreckend diese Vorstellung, doch ich fürchte mich nicht im Dunkeln. Dennoch ist mir nun klar geworden, dass dies ebenfalls nicht der Wahrheit entspricht.

Ich kann weiterleben und ich werde weiterleben. Nur anders. Dahin kann ein sterbender Mensch gehen - in die Herzen der Menschen, die ihn lieben und die er liebt. Nur diesen Weg möchte ich gehen. Ich werde ihren Schmerz lindern und gleichzeitig meinen eigenen auslöschen.

Denn ob ich suche und finde, ob ich liebe und verliere und ob ich lebe oder sterbe, das alles ist meine eigene Entscheidung.

Was die Zukunft bringen wird, ist noch nicht entschieden. Es gibt mehr als nur einen Weg. Aber nun scheine ich mich entschieden zu haben, welchen ich gehe. Ich werde bei ihnen bleiben, sofern sie es zulassen, sofern sie mich lieben.

Tragt mich bei euch und vergesst mich nicht. Ihr seid stärker als ich und ich hoffe ich kann euch noch ein wenig Unterstützung geben, darüber hinwegzukommen. Denn so habe ich mich entschieden. Es ist der beste Weg. Es ist mein Weg. Endlich am Ziel. Endlich frei. Endlich tot.

Und dennoch weiterleben... irgendwie...

9.1.10 01:20


Lasst mich gehen...

Silvester hinter mich gebracht. Nüchtern ist das ganze ja noch schlimmer als betrunken. Verstellt habe ich mich diesmal nicht. Alle haben gemerkt, dass es mir schlecht geht. Ich habe keine Kraft mehr so zu tun, als würde es mir hier gefallen.

 So ein Abend führt natürlich zwangsläufig zur Frage, warum ich dann noch hier bin. Warum? Ich hätte schon vor langer Zeit gehen sollen. Ich gehöre hier nicht hin.

Wofür tu ich das alles also noch? Diesen ganzen Dreck. Versuchen mit dem Leben anzufangen. Versuchen es schätzen zu lernen. Das alles wird nie passieren. Das alles bin nicht ich. Menschen wie ich sterben jung. Menschen wie ich sollten nicht leben.

Ich tue es zum einen aus Mitleid gegenüber den Menschen, die wegen mir leiden müssten. Verdammt es ist so unfair. Wieso müssen andere Menschen leiden, damit ich damit aufhören kann?

Zum anderen tue ich es, weil ich Angst habe. Ich bin ein Feigling. Du hättest springen sollen. Aber du hast dich nicht getraut. Ein weiteres Kapitel des Versagens.

Zeigt mir den Ausgang. Ich will alles ablegen. Alles aus dieser Welt. Jede Angst, jeden Schmerz, jede Unsicherheit. Und dann möchte ich einfach weg. Lasst mich bitte einfach gehen...

1.1.10 21:50


If you knew I was dying would it change you?

Weihnachten ist vorbei, es waren sehr schöne 3 Tage, ich habe heute viele Menschen getroffen, die ich mag und es sollte mir gut gehen. Es geht mir aber beschissen.

Warum? Den ganzen Tag war ich gut gelaunt, hatte viel zu tun und fühlte mich wohl. Warum ist dann der erste Gedanke, wenn ich allein bin, dass ich sterben will?

Vermutlich war es die plötzliche Einsamkeit, oder das Bewusstsein, dass eben doch nicht alles so normal ist, wie ich immer tue.

Alle Problemchen in meinem Freundeskreis geglättet, langsame Normalisierung in de Gefühlswelt meiner Eltern und die Festtage im Hinterkopf. Und doch wird mir klar, dass all diese Kleinigkeiten nicht der Grund für das Unwohlsein sind.

Nach schönen Momenten merke ich es am deutlichsten. Ich gehöre hier nicht hin. Es gibt nichts, absolut gar nichts, was mich glücklich machen könnte. Ich bin allein, ich werde immer allein sein, egal ob ich unter Menschen bin oder nicht. Ich werde nie glücklich sein können. Ich werde nie auf diese Welt gehören.

Meine Schwester hat mir einen sehr rührenden Abschiedsbrief geschrieben. Ich will nicht allen Menschen wehtun, die mir wichtig sind. Ich will nicht, dass sie sich wegen mir traurige Gedanken machen. Ich wünschte, ich könnte einfach meine Existenz rückgängig machen.

Aber das kann ich nun einmal nicht und deswegen gibt es nur den einen Weg, den es schon immer gab. Es ist alles gar nicht so schlimm, wie es klingt. Es wird alles schon wieder. Denn mit dieser Lüge sind wir alle am glücklichsten.

Alle bis auf einen.

27.12.09 01:32


Das erste Gespräch

Jetzt ist es also so weit gewesen. Ich habe mich das erste Mal mit einer Therapeutin unterhalten. Jetzt bin ich also auch einer von diesen ganzen Blogschreibern, die darüber schreiben. Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommt.

Irgendwie gehörte ich da auch nicht so wirklich hin. Alle Patienten, denen ich begegnete, waren so viel anders als ich. So völlig zerstört, völlig weltfremd. Wie passt also jemand wie ich dazwischen?

Die Antwort ist möglicherweise ganz simpel. Vielleicht sind diese Menschen, so wie ich es in 10 Jahren wäre, wenn ich nicht schon jetzt Hilfe bekomme.

 Das Gespräch war ganz gut. Sie schien mich recht gut einschätzen zu können. Sehr direkt, sehr kritisch. Das hat mir gefallen. Es könnte mich voran bringen.

 Ich würde mich so gern auf den nächsten Tag freuen können. Ich würde so gern endlich leben.

23.12.09 00:35


Offenheit

Welche Kategorie wohl am besten zu dem Eintrag passt, der jetzt folgt? Trauer, Ende, Veränderung, Leere? Passt alles. Aber auch Hoffnung. Und da hoffen etwas gutes ist, habe ich mal das ausgewählt

  Nun ist es passiert. Ich versuche mir helfen zu lassen. Zum ersten Mal in meinem Leben, zum ersten Mal seit meinem ersten Wunsch zu sterben im Alter von 12 Jahren habe ich Menschen an meinen Gedanken teilhaben lassen. Ihnen gesagt, dass ich es nicht alleine schaffe. Meinen Eltern und danach ein paar ausgewählten Freunden. Ich fühle mich so leer. So ausgekotzt. Als wäre da nichts mehr übrig in mir.

Neues Jahr. Neue Chance. Neuer Anfang. Helft mir. Bitte...

Die Reaktionen waren positiver als erwartet. Viel positiver. Professionelle Hilfe werde ich auch ausprobieren. Vielleicht bringt es ja was. Aber so geht es nicht mehr weiter. Alleine werde ich es aus diesem Loch nie heraus schaffen. Mich jeden Tag schlecht fühlen, jeden Tag sterben zu wollen.

Wer weiß, wie das ganze jetzt weitergehen kann. Aber immerhin geht es weiter. Immerhin wissen die Menschen um mich herum, warum ich teilweise so eigenartig handele.

Meiner ehemals "besten Freundin", der auch vor kurzem ein ganzer Eintrag gewidmet wurde, habe ich alles erzählt. Das war schön. Die ältere Schwester.

Die jüngere, über die ich noch nicht schreiben konnte, war der Auslöser. Der Tropfen, der das Fass überlaufen ließ. Der letzte Schlag ins Gesicht.

Bitte lass sie in Ruhe, habe ich gesagt. Du würdest mich sehr verletzen. Er sagte, er würde es für mich lassen. Wir umarmten uns. Er hat gelogen.

Warum er sie nicht haben darf? Ich weiß es nicht genau. Weil ich sie nicht haben konnte? Weil er schlecht für sie ist? Weil ich sie beschützen will? Vielleicht alles ein bisschen.

Ich bin nicht in sie verliebt oder will sonst was von ihr. Zumindest glaube ich das. Sie ist einfach etwas ganz besonderes für mich. Ich wünschte, sie wäre so, wie ich mir eingebildet habe, dass sie wäre.

Lieb, nett, unschuldig, anständig. Die perfekte Frau. Meine perfekte Frau. Für die Zukunft. Sie war es nie und sie wird es nie sein.

Jetzt kann ich auch sagen, warum ich dachte, dass sie in mich verliebt war. Sie macht einfach gerne mit Typen auf Partys rum. Aber so bin ich nicht. Das will ich nicht mehr, das kann ich nicht mehr.

Was aus ihm und mir wird, weiß ich noch nicht. Ich bin nicht wütend auf ihn. Nichtmal richtig enttäuscht. Was aber soll mir das denn sagen? Vermutlich, dass er gar kein echter Freund war. Ein falscher. Vermutlich, dass ich ihn nie wieder "Freund" nennen kann. Vielleicht auch, dass das ganze gar nicht so schlimm war. Ich bin nicht in sie verliebt. Mir könnte es egal sein. Ist es aber nicht.

Letztlich hat es einen positiven Effekt gehabt. Aber kein Aufbruch ohne Abschied. Ich werde es ihm noch einmal alles erklären, damit er versteht. Und dann werde ich mich verabschieden. Denn ich kann das nicht mehr. Ich hoffe er versteht es.

Das ist vielleicht der Tiefpunkt. Mein Leben war ein stetiges Auf und Ab. Es wird Zeit für Beständigkeit. Zeit dafür, ein echtes Leben anzufangen. Zeit für ein Leben, das nicht im Zeichen des Todes steht.

Aber noch muss ich mich davon erholen. Noch liege ich fast den ganzen Tag im Bett und schlafe. Ich bin zu schwach um jetzt schon Aufzustehen. Aber bald ist es wieder so weit.

Dann wird sich zeigen, was ich daraus gelernt habe. Und wie es weitergehen kann.

Aber das wichtigste ist, dass es weiter geht...

20.12.09 22:34


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